Home /// Baureihen /// Arbeits- und Dienstfahrzeuge /// Informationen S-Bahn BerlinBaureihe ET 169 - Bauart Bernauauch als Bauart 1924 bezeichnet
Die Bauart "Bernau" basiert auf den Versuchszügen A-E und ist mit 17 Halbzügen die erste Fahrzeugserie für die Berliner S-Bahn. Ein Halbzug bestand aus zwei vierachsigen Triebwagen und drei zweiachsigen Beiwagen in der Mitte. Am Bau der Halbzüge waren - wie zum Teil auch schon bei den Versuchzügen - mehrere Hersteller beteiligt:
Die Auslieferung der Züge erfolgte 1925, die Bezeichnung "Bauart 1924" bezieht sich auf das Entwicklungsjahr 1924. Bereits bei der Auslieferung war die Technik dieser Züge nicht mehr zeitgemäß. Der Antrieb war zu schwach für einen Halbzug. Ebenfalls erwiesen sich die 2-achsigen Mittelwagen als ungünstig bei Wartungesarbeiten. Bereits ab 1941 wurden Züge der Bauart Bernau ausgemustert bzw. abgestellt. Mit Eröffnung des Nord-Süd-Tunnels am 28. Mai 1936 wurde ein kleineres Lichtraumprofil gewählt, so dass Züge der Bauart Bernau nicht durch den neuen Nord-Süd-Tunnel fahren konnten. Die zulässige Höhe beträgt 3,60 m, die Bernauer dagegen waren 3,73 m hoch. Die Hilfszüge des S-Bw Friedrichsfelde konnten ebenfalls nicht durch den Nord-Süd-Tunnel fahren. Die zuerst eingesetzten Güterwagen als auch der aus Bernauer Trieb- und Beiwagen gebaute Gerätezug waren ebenfalls zu hoch. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die letzten acht Halbzüge wieder eingesetzt. 1956/1957 erfolgte eine Modernisierung und dabei wurden die Triebwagen der Bauart "Stadtbahn" technisch und optisch angeglichen. Die Triebdrehgestelle und die Steuerungstechnik entstammten der Bauart Stadtbahn. Dadurch wurden jetzt beide Drehgestelle der Triebwagen angetrieben. Gleichzeitig wurde im Triebwagen hinter dem Führerstand ein Traglastenabteil eingebaut und die Tür durch eine Doppel-Schiebetür wie bei der Bauart Stadtbahn getauscht. 1962 endete der Planeinsatz. 1965 wurden 2 Triebwagen und 2 Beiwagen zum Gerätezug des S-Bw Friedrichsfelde umgebaut und waren danach bis Ende 1994 im Einsatz. Im Umbauzustand von 1957/1958 wird dieser Zug als Bauart "Bernau" erhalten und gehört heute dem Verein Historische S-Bahn Berlin e. V. (ET 169 017a + EB 169 006c + EB 169 017b + ET 169 017b - ab 1970: 278 005–008). Aus Platzmangel gab der Verein Historische S-Bahn Berlin e. V. den Mannschaftswagen des Gerätezuges (ET 169 017a / 278 005 / 478 004) sowie die noch im Besitz des Vereins befindlichen Mittelwagen EB 169 002c, EB 169 006b und EB 169 015a an das Technikmuseum Berlin ab. Das einzige heute noch weitestgehend im Originalzustand erhaltene Kopfteil eines Triebwagens stammt vom bereits 1943 ausgemusterten und seitdem im RAW Schöneweide abgestellten ET 169 005b. Im Jahre 1992 kam er zum Verein Historische S-Bahn Berlin, erst in Tempelhof und ab 1994 stand der Torso im Freien bei der Abstellanlage Hundekehle. Im September 2019 wurde dann der älteste noch fast Originale Torso eines S-Bahntriebwagens an das Deutsche Technikmuseum Berlin übergeben und soll hier im derzeitigen Zustand erhalten bleiben. Der Wagenkasten wurde leider 1992 um 9 Meter gekürzt, da ein Transport mit einer Gesamtlänge von ca. 22 Meter nicht möglich war. Im Zusammenhang mit dem Bau der Berliner Mauer und der Teilung des S-Bahn-Netzes 1961 wurden die Züge der Bauart Bernau entbehrlich und 14 Triebwagen wurden 1967/1968 zu Spenderfahrzeugen (Bauteile und Aggregate) für neue U-Bahnzüge der BVB (bis 1970 BVG-Ost), welche im RAW Schöneweide zu U-Bahnzügen des Typs E III umgebaut wurden. Dabei wurden neue Wagenkästen hergestellt und mit den Aggregaten ausgemusterter S-Bahnzüge aller Altbau-Baureihen ausgestattet. Da im RGW (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe der sozialistischen Länder) der Neubau von Zügen für die U-Bahn geregelt war und in der DDR zum damaligen Zeitpunkt keine neuen Züge für die Linie E gebaut werden konnten, wurde jedem U-Bahnwagen ein Triebwagen zugeordnet und alles als Umbau „getarnt“. Skizze eines Halbzuges - Sammlung Olaf Hoell
Werkfoto Bauart Bernau von Wegmann & Co - Sammlung Olaf Hoell Triebwagen ET 169 011a um 1925
die zweichsigen Beiwagen (Mittelwagen)
Ansichten der Bauart Bernau: EB 169 017a zwischen 1960 und 1965 - Foto: unbekannt - Sammlung Olaf Hoell Führerstand der Bauart BernauFührerstand der Bauart Bernau um 1925 - Foto: unbekannt - Sammlung Olaf Hoell Die Bauart Bernau wurde auch teilmodernisiert.
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