Home /// Baureihen /// Arbeits- und Dienstfahrzeuge /// Informationen S-Bahn BerlinSchlepptriebwagen des S-Bw Wannseeumgebaut aus 275 625 - Bauart Stadtbahn
Der Viertelzug 275 625 / 275 626 ist einer der 1927 gebauten Prototypen der Bauart Stadtbahn. In den 1950er Jahren erfolgte eine Generalreparatur, eine weitere Modernisierung ab 1964 für den Einsatz im Einmannbetrieb erfolgte nicht, so das der Viertelzug weiterhin als Paßviertel verkehrte. Mit der Übernahme der Betriebsrechte für die S-Bahn in Westberlin durch die BVG, wurde dieser Viertelzug an die BVG abgegeben. Aufgrund der schlechten Zustände der übergebenen Viertelzüge herrschte bei der BVG Fahrzeugmangel, sodass auch Züge aus Passviertelzügen mit zwei Mann Personal eingesetzt wurden. Für die Erprobung und zu Testzwecken der damals neuen Baureihe 480 benötigte die BVG ein entsprechendes Fahrzeug. Aufgrund des geringeren Lichtraumprofils bei der S-Bahn Berlin – vor allem im Nord-Süd-Tunnel – konnten keine Serienlokomotiven genutzt werden. Auch die Kleindieselloks durften wegen der Abgase nicht durch den Nord-Süd-Tunnel verkehren. Hinzu kam eine weitere Besonderheit: Der Nord-Süd-Tunnel und der Bahnhof Wollankstraße lagen in Ost-Berlin, konnten aber nur von West-Berlin aus befahren werden. Dadurch mussten auch die Bestimmungen der DDR beachtet werden. Die BVG entschloss sich daher den Triebwagen 275 625 zu einem Schlepptriebwagen umzurüsten. Da der Viertelzug 275 625 / 275 626 durch die Deutsche Reichsbahn in der DDR nicht modernisiert wurde, konnte der Triebwagen auch als Einzelfahrzeug genutzt werden **. Das S-Bw Wannsee rüstete dafür den Triebwagen um. Am Kurzkuppelende wurde die Kurzkupplung gegen eine Scharfenbergkupplung ausgetauscht. Um den Anforderungen der Eisenbahnbauordnung zu entsprechen, wurde ein Spitzensignal an beiden Fahrzeugenden angebracht. Zusätzlich erhielt das Heckfenster einen Scheibenwischer und an jedem Drehgestell wurden links und rechts Stromabnehmer angebracht, sodass der Triebwagen über vier Stromabnehmer verfügte. So konnte der Triebwagen Viertelzüge rangieren und zwischen dem S-Bw Wannsee und der Waggon-Union in Berlin-Borsigwalde verkehren. Nach dem Mauerfall wurde der Schlepptriebwagen nicht mehr benötigt und kam zusammen mit seinem Beiwagen als Prototyp wieder vereint zum Verein Historische S-Bahn Berlin e. V., welcher den Viertelzug restaurierte. Im Jahr 2006 wurde der Triebwagen 275 625 als Dauerleihgabe des Vereins zum Deutschen Museum in München überführt. Der Beiwagen blieb in Berlin zurück. Aufgrund von Platzmangel wurde der Beiwagen im Jahr 2021 verkauft und steht heute in Klein Glien bei Belzig. Dort wird er als Coworking-Space genutzt. ** bei den ab 1964 durch die Deutsche Reichsbahn in der DDR modernisierten Viertelzügen wurde die Spannung der Beleuchtung auf 220 Volt Wechselstrom umgestellt. Dafür wurden unter dem Beiwagen entsprechende Aggregate (Umformer) zur Erzeugung des Wechselstroms aus der 750-Volt-Gleichspannung angebaut. Dadurch konnten die Triebwagen nicht mehr alleine verkehren. der Triebwagen 275 625 als Schlepptriebwagen in Berlin-Tegel 1991 / 1992 gut zu erkennen ist das nachträglich angebaute Spitzensignal / Scheinwerfer Aufnahmen des Viertelzuges 275 625 / 275 626 (Prototypen Bauart Stadtbahn) © 2012-2025 Olaf Hoell / S-Bahn-Galerie.de Alle Bilder und Texte sind urheberrechtlich geschützt. S-Bahn-Galerie.de / Impressum / Datenschutzerklärung weitere Projekte von mir:
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